Zahnästhetik: Erfolgsfaktor schöne Zähne

Ebenmäßige weiße Zähne sollen zu mehr Erfolg im Job und in der Liebe verhelfen. Kein Wunder, dass viele der Natur nachhelfen wollen. Doch auf dem Markt der Zahnästhetik gibt es einige riskante Methoden.

Schöne Zähne symbolisieren nicht nur Jugend und Gesundheit. Studien weisen darauf hin, dass ein perfektes Gebiss auch über die Karrierechancen mitentscheiden kann und auf das andere Geschlecht besonders anziehend wirkt. So kommt eine Untersuchung des Kings College in London zu dem Ergebnis, dass Menschen mit gleichmäßigen, weißen Zähnen als intelligenter, beliebter und attraktiver eingestuft werden als solche mit schiefen und verfärbten. Eine weitere Studie bestätigt in einem ähnlichen Vergleich, wie wichtig es ist, dass die Zahnfarbe möglichst weiß ist (Loma Linda University Kalifornien).

Besser vom Profi behandeln lassen

Doch blendend weiße und ebenmäßige Zähne sind den meisten nicht von Natur aus gegeben. Bleichen von innen und von außen (Bleaching) oder Verblendungen (Veneers) können diesen Makel ausgleichen. Vom Zahnarzt vorgenommen haben sie allerdings ihren Preis. Billiglösungen – beispielsweise Bleachings vom Discounter – sind meist nicht ratsam, da sie den Zähnen an die Substanz gehen können. Wer langfristig und auch risikoarm schöner lächeln will, sollte sich für die Behandlung besser an eine Praxis weden, die den Zusatz „Zahnästhetik“ auf ihrem Leistungskatalog aufführt.
 

Fachliche Beratung: Dr. med. dent. Mozhgan Bizhang, Oberärztin an der Poliklinik für Zahnerhaltung und präventive Zahnheilkunde Düsseldorf

Quelle: Fokus.de

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
Zahncremes mit Weißeffekt:

Spezielle Zahncremes versprechen ein strahlendes Weiß. Allerdings können sie Flecken und Verfärbungen nur oberflächlich beseitigen. Den Farbton der Zähne verändern sie nicht wirklich. Für Kinder sind sie eher ungeeignet, weil sie deren weichen Zahnschmelz zu sehr angreifen können.

 

Risiken: Die Zahnpaste enthält winzige, raue Putzkörper, die wie Schleifpapier wirken. Wie stark diese Wirkung ist, gibt der RDA-Wert (Abrasionswert) an. Zahnärztin Mozhgan Bizhang von der Universität Düsseldorf rät, nur Produkte mit einem RDA-Wert von maximal 150 zu kaufen. Bei täglicher Anwendung sollte die Creme zudem mindestens 1400 ppm Fluorid enthalten.

Kosten: 0,75 bis 3,00 Euro.

 
White Strips zum Aufkleben:

Diese hauchdünnen Streifen enthalten chemisches Bleichmittel in geringer Konzentration. Am häufigsten handelt es sich um Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. Zwei Wochen lang müssen die Strips morgens und abends für etwa eine halbe Stunde auf die gereinigten Zähne geklebt werden. „Vor der Anwendung sollte unbedingt ein Zahnarzt abklären, ob nicht Karies hinter den Verfärbungen steckt“, rät Zahnärztin Mozhgan Bizhang.

Risiken: Wasserstoffperoxid und Carbamidperoxid wirken sehr aggressiv. Wird die empfohlene Einwirkzeit überschritten oder benutzt man die Streifen zu häufig, kann der Zahnschmelz zerstört werden. White Strips wirken nur, wenn die Zähne ebenmäßig und nicht schief übereinander wachsen. Denn an verdeckte Stellen reichen die Strips nicht heran – sie bleiben also verfärbt. Und Achtung: Kunststoffzahnfüllungen werden dadurch nicht weiß.

Kosten: ab 40 Euro

Bleaching für daheim:

Für das Home-Bleaching nimmt der Zahnarzt einen Gebissabdruck und lässt eine entsprechende Kunststoffschiene anfertigen. Zu Hause füllt der Patient sie mit einem speziellen Bleichgel und trägt sie über Nacht. Um die Zähne möglichst zu schonen, ist es sinnvoll, die Prozedur nur jede zweite Nacht durchzuführen. Innerhalb von zwei Wochen lassen sich die Zähne um bis zu fünf Farbnuancen aufhellen.


Risiken: Da der Patient dabei Rücksprache mit dem Arzt hält, ist diese Bleichmethode eine der risikoärmsten und effektivsten. „Bei entsprechender Hygiene, wenig Kaffe-, Tee- oder Rotweingenuss und ohne Rauchen hält das Ergebnis bis zu drei Jahre“, sagt Zahnärztin Mozhgan Bizhang.

Kosten: etwa 200 Euro.

Aufhellen beim Zahnarzt:

Um hartnäckige Verfärbungen von Tee, Kaffee oder Tabakrauch aufzuhellen, ist sogenanntes „In-Office-Bleaching“ sinnvoll. Die Behandlung erfolgt also in der Zahnarztpraxis. Der Zahnarzt trägt Bleichgel in höherer Konzentration auf die verfärbten Zähne auf. Mit Laser oder einer Speziallampe werden die Zähne dann bestrahlt. Das intensiviert den Bleicheffekt. Deshalb heißt diese Behandlungsmethode auch Power-Bleaching. Danach spült der Zahnarzt das Gel gründlich ab und versiegelt die Zähne mit Fluorid-Gel. Nach der Behandlung darf man drei Stunden lang nicht essen oder trinken. Für sichtbare Erfolge sind drei Zahnarztbesuche von jeweils rund 30 Minuten nötig.


Risiken: Wie alle anderen Bleichmethoden kann das Power-Bleaching oder In-Office-Bleaching den Zahnschmelz angreifen. Darum sollte der Arzt vorher die Zähne genau untersuchen, um festzustellen, ob sie der Prozedur gewachsen sind. „Diese hochkonzentrierte Bleichlösung gehört nur in die Hände eines Fachmanns, denn sie kann sowohl Zahnfleisch als auch Zähne schädigen“, warnt Mozhgan Bizhang. Als Nebenwirkung können die Zähne noch ein paar Tage lang besonders schmerzempfindlich reagieren. Viele Zahnärzte geben deshalb ihren Patienten nach dem Power-Bleaching noch ein Fluorid-Gel mit. Regelmäßig angewendet versiegelt es die Zähne und die Hypersensibilität lässt nach.

Kosten: etwa 500 Euro

Blendwerk mit Veneers:

Die hauchdünnen Verblendschalen kaschieren den natürlichen Zahn und machen auch leichte Zahnfehlstellungen unsichtbar. Veneers bestehen aus Keramik. Durch eine besondere Zusammensetzung und Aufbereitung erhalten Veneers die gewünschte Zahnfarbe und hohe Transluzenz. Das ist die Eigenschaft, Licht teilweise durchzulassen und teilweise zu reflektieren. Das verleiht den Veneers den leicht durchsichtigen Schimmer von natürlichem Zahnschmelz.

Der Zahnarzt setzt die Schalen auf Schneide- und Eckzähne. Davor schleift er die Zähne leicht an. Für sogenannte „Additional Veneers“ sind maximal 0,5 Millimeter nötig. Diese Vorbereitungen können etwa eine Stunde dauern. Danach nimmt der Arzt einen Gebissabdruck, um die Verblendungen im Labor passgenau anzufertigen zu lassen. Weil das einige Tage dauern kann, bekommt der Patient provisorische Veneers aufgeklebt. Die endgültigen Verblendungen können bis zu 15 Jahre lang halten.

Risiken: Wenn die Veneers nicht ganz genau passen, entstehen kleine Zwischenräume, in denen sich Bakterien und Keime ansiedeln. Sie verursachen schlimmstenfalls Karies oder eine Zahnfleischentzündung. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind deshalb unerlässlich. Veneers eignen sich nicht, wenn das Zahnfleisch entzündet ist. 

Kosten: Pro Zahn etwa 400 bis 500 Euro.

Kompositfüllung für schwere Fälle:

Komposit ist ein Material auf Glaskeramikbasis mit Kunststoffanteil und ersetzt Amalgam- und Keramikfüllungen. Da es extrem gut am Zahn haftet und dieselbe Farbe hat, benutzen Zahnärzte es auch, um verfärbte Zähne zu überdecken. Das Material verklebt mit dem Zahnschmelz oder Zahnbein und härtet unter Lichtbestrahlung aus. „Allerdings muss zum Auffüllen ein ganzes Stück gesunder Zahnsubstanz entfernt werden, sodass Zahnärzte Komposite nur für ganz schwere Fällen nutzen“, sagt Mozhgan Bizhang. Wer extrem unter der Zahnverfärbung leidet, bekommt die Kosten von der Kasse erstattet.

Risiken: Die Kunststoffbestandteile können bei empfindlichen Patienten Allergien auslösen.

Kosten: Keine, da diese Methode nur für Härtefällen in Frage kommt und dann die Kasse zahlt.

Tipps für die Zahnaufhellung:

1. Vor dem Bleaching die Zähne mit einer Spezialcreme für empfindliche Zähne putzen (Desensibilisierungs-Zahncreme).

2. Für optimale Ergebnisse vor dem Bleaching am besten eine professionelle Zahnreinigung vom Zahnarzt durchführen lassen (Kosten 50 bis 150 Euro).

3. Wer Kronen, Veneers oder Brücken trägt, sollte auf Bleaching-Produkte für den Hausgebrauch verzichten und das Bleichen in diesem Fall dem Fachmann überlassen.

4. Immer ganz genau die Gebrauchsanweisung befolgen.

5. Damit die Zähne lange weiß bleiben, am besten auf färbende Lebensmittel wie Tee, Kaffee und Rotwein verzichten. Am besten auch nicht mehr rauchen, sonst verfärben sich die Zähne rasch wieder.

6. Nach dem Essen immer die Zähne putzen. Wenn jedoch besonders Säurereiches auf den Tisch kam, mit dem Putzen noch mindestens eine halbe Stunde warten. Die Säure hat den Zahnschmelz kurzfristig weicher gemacht und Putzaktionen würden ihm jetzt schaden. Besonders säurehaltig sind Zitrusfrüchte, Essig, aber auch Spinat, Spargel und Rhabarber. Ihre Oxalsäure verbindet sich mit Kalzium und macht den Zahnschmelz deshalb angreifbar.

Ausschlusskriterien fürs Bleaching:

1. Jugendliche unter 16 Jahren, denn bei ihnen sind die Zahnnerven noch im Wachstum und könnten geschädigt werden.

2. Personen mit empfindlichen Zähnen oder Zahnfleisch bzw. Allergien.

3. Vorsicht ist bei Parodontose, angegriffenem Zahnschmelz, Löchern oder freiliegenden Zahnhälsen geboten.

4. Füllungen und Kronen aus zahnfarbenem Material bleichen nicht und fallen deshalb nach der Behandlung auf.

5. Schwangere sollten besser aufs Bleaching verzichten. Die Hormonumstellung verändert nämlich auch die Situation in der Mundhöhle. Zahnfleischentzündungen können sich bilden. Außerdem ist noch nicht untersucht, ob Bleichmittel, das versehentlich verschluckt wird, dem Fötus schadet.

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