Zahnlexikon - B

Babytee-Karies
Bei regelmäßigem Nuckeln von zuckerhaltigen Getränken (z.B. Fertigtees für Säuglinge oder Fruchtsäfte) werden die Zähne ständig von dieser zuckerhaltigen Flüssigkeit umspült. Damit erhalten die säurebildenden Bakterien in der Mundhöhle laufend neue Nahrung. Dies führt zu schwersten Zahnschäden, auch als Zuckertee-Karies oder Saugerflaschen-Karies (nursing-bottle-caries) bezeichnet. Der zahnärztliche Fachbegriff ist "frühkindliche Karies" oder "early-childhood-caries (ECC)".
Backenzähne
Mahlzähne: bleibende große, mehrhöckerige Backenzähne. Die ersten Molaren (Sechsjahrmolaren) brechen etwa im 6. Lebensjahr hinter den Milchmolaren in die Mundhöhle durch. Sie sind – zusammen mit den bleibenden Schneidezähnen – die ersten bleibenden Zähne in der Mundhöhle, werden allerdings häufig "übersehen". Etwa im 12. Lebensjahr brechen die zweiten Molaren in die Mundhöhle durch, evtl. erst im Erwachsenenalter die Weisheitszähne. Mit dem Durchbruch der Sechsjahrmolaren (also etwa mit Beginn der Schulzeit) sollte die Kinderzahnpasta durch eine Erwachsenenzahnpasta mit höherem Fluoridgehalt ersetzt werden.
Bakterien
Kleinstlebewesen = Mikroorganismen. In der Mundhöhle lebende Bakterien bilden mit der Zeit fest haftende Beläge (Plaque), die bei Zuckerzufuhr ständig Säure produzieren und so zu Zahnschäden (Karies) führen. Stoffwechselprodukte dieser Plaquebakterien können auch zu Entzündungen des Zahnfleisches führen.
Bass-Technik
Eine Zahnputztechnik für Erwachsene, bei der die Bürste schräg (im 45° Winkel) am Zahnfleischrand angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen über die Zähne geführt wird. So werden Zähne und Zahnfleischrand gut gereinigt. Die Auswahl der angemessenen Zahnputztechnik sowie eine entsprechende Unterweisung sollten individuell in der zahnärztlichen Praxis erfolgen.
BEB
Die „bundeseinheitliche Benennungsliste für zahntechnische Leistungen“ enthält im Gegensatz zur BEL-Liste keine verbindlichen Höchstsätze (ist also nach oben offen). Die BEB-Liste wird vom Dental-Labor im Regelfall bei der Anfertigung von höherwertigem Zahnersatz zugrunde gelegt. Die BEB-Liste deckt das gesamte Spektrum moderner Zahnheilkunde ab.
BEL
Im „bundeseinheitlichen Verzeichnis zahntechnischer Leistungen“ sind verbindliche Höchstsätze für zahntechnische Laborarbeiten festgelegt. Das BEL gilt vorwiegend für Behandlungen im Rahmen der kassenzahnärztlichen Versorgungen (und genügt damit den Vorgaben „ausreichend, wirtschaftlich, zweckmäßig“). Aber auch einige private Krankenversicherer orientieren sich bei der Kostenübernahme von Materialkosten an diesem Verzeichnis.
Belag
Auch als Plaque bezeichnet. Zahnbelag besteht aus Speichel, Bakterien und Nahrungsresten und ist mitunter eine der Hauptursachen für Karies und Zahnfleischentzündungen. Durch Nikotin, Tee, Kaffee oder Wein verfärbt sich der Zahnbelag unschön gelblich.
BEMA
Der „Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen“ bildet die Grundlage für die Abrechnung zahnärztlicher Leistungen im Rahmen der kassenzahnärztlichen Versorgung. Bei privat Versicherten Personen werden Leistungen nicht nach dem BEMA abgerechnet, sondern nach der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte).
Beschleifen
Abtragen des oberen Teiles der Zahnkrone, um Platz für Zahnersatz zu schaffen.
Betäubung (Anästhesie)
Als Betäubung oder Anästhesie bezeichnet man die lokale Schmerzausschaltung mit Hilfe eines einzuspritzenden lokalen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikums). Die heute verwendeten Wirkstoffe sind sehr gut verträglich und hochwirksam. Zu sog. Anästhesieversagern kommt es meist nur bei Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie bei hochentzündlichen Prozessen, die meist schon länger verschleppt wurden. Hier ist durch das saure Gewebsmilieu die Wirkung oft eingeschränkt. Schon allein deswegen sollte man sich bei auftretenden Schmerzen möglichst bald an einen Zahnarzt wenden und nicht tage- oder wochenlang selbst mit Schmerzmitteln experimentieren! Solange die Wirkung der Betäubung anhält (meist ein bis drei Stunden, manchmal aber auch länger) sollten Sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, da die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein kann.
Bionator
Der Bionator (nach Prof. Dr. Dr. Balters) ist ein funktionskiefeorthopädisches Gerät, das zur Änderung der Bisslage bzw. Bisserhöhung dient. Der Bionator wird vornehmlich bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie angewandt. Der Bionator formt sukkzessive mit jedem Schlucken und während des Sprechens die natürliche Zahnhalterung, und zwar allein mit der eigenen Kieferkraft, nicht mit äußerem Zwang.
Biss (offener)
Begriff aus der Kieferorthopädie, der eine elliptische Lücke zwischen den Schneidezähnen bezeichnet.
Bleaching (Bleichen)
In der Regel wird für den Patienten eine individuelle Bleichschiene angefertigt, die nach ärztlicher Anweisung durch den Patienten mit dem Bleichgel bestückt und über Nacht auf den Zähnen getragen wird. Es können sowohl tote als auch lebendige Zähne gebleicht werden. Mit einer kombinierten Methode des Bleaching beim Zahnarzt – ergänzt durch ein Home-Bleaching – können die Behandlungszeit verkürzt und die Bleichungswirkung bereits nach fünf Tagen signifikant erhöht werden, im Gegensatz zu der alleinigen Praxis-Behandlung. Für das Bleichen werden 10–15prozentige Karbamid- oder Urea-Lösungen verwendet, für den professionellen Gebrauch stehen in der Praxis 30–35prozentige Wasserstoffperoxid- oder Karbamidlösungen im Vordergrund. Es kann an der Mundschleimhaut zu vorübergehenden Irritationen kommen, auf die der Zahnarzt unbedingt hingewiesen werden sollte. Da es sich hierbei nicht um eine medizinisch notwendige Behandlung handelt, ist eine Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Auch bei den privaten Versicherungen ist es ratsam, im Vorfeld die Kostenübernahme abzuklären.
Bluten des Zahnfleisches
Wichtigstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung. Damit die Entzündung ausheilen und das Bluten abklingen kann, müssen die bakteriellen Beläge möglichst vollständig beseitigt werden.
Bonding
Bondings sind Zahnhalsfüllungen, die zur Korrektur kleinerer Defekte (z.B. Absplitterungen) an den Schneidezähnen verwendet werden. Der Zahnarzt ätzt dabei den Zahnschmelz kurz an und bestreicht die zu behandelnde Stelle dann mit Kunststoff. Bondings sind aufgrund der geringen Kosten (ab ca. 80 Euro) eine Alternative zu Veneers, speziell bei kleineren Defekten der Frontzähne.
Bonusheft
Seit 1989 besteht für jeden gesetzlich Krankenversicherten die Möglichkeit, ein Bonusheft zu führen. Das Bonusheft soll gesetzlich Krankenversicherte animieren, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrzunehmen. Wer für die letzten 5 bzw. 10 Jahre regelmäßige Zahnarztbesuche nachweisen kann, erhält einen Bonus auf den Festzuschuss für Zahnersatz in Höhe von 20 bzw. 30%.
Borsten
Die Borsten einer Zahnbürste sollten generell aus Kunststoff sein, da Naturborsten leicht brechen und die scharfen Bruchkanten das Zahnfleisch verletzen können. Die Kunststoffborsten sollten eine gute Endabrundung aufweisen oder konisch zulaufen, um Verletzungen von Zähnen und Zahnfleisch zu vermeiden. Harte Borsten können Schäden an der Zahnhartsubstanz verursachen. Aus diesem Grund empfehlen sich weiche bis mittelweiche Borsten.
Boxerschutz (Mundschutz, Sportschutz)
Nicht nur beim Boxen sondern auch bei vielen anderen Sportarten und Freizeitbetätigungen sind insbesondere die oberen Schneidezähne aber auch alle anderen einer besonderen Verletzungsgefahr durch (unbeabsichtigte) Stürze, Stöße und Schläge ausgesetzt. Besonders gefährlich sind folgende Sportarten: Eishockey, Squash, Rollerblading, Karate, Feldhockey, Polo, Kickboxen, Rugby, Baseball, Skirennsport, Boxen, American Football und Skateboarden. Aber auch beim Judo, Reiten, Wasserball, Mountainbiking, Fußball, Handball, Ringen und Motocross besteht noch eine erhöhte Gefährdung. Dass das Tragen eines geeigneten Mundschutzes die meisten Zahnverletzungen bei Kindern und Erwachsenen verhindern oder wenigstens abmildern kann, zeigen eindrucksvoll folgende Zahlen aus den USA: Für American Football besteht Mundschutz-Pflicht und nur 0,07% aller Verletzungen kommen hier im Mundbereich vor. Für Basketball hingegen besteht keine Mundschutz-Pflicht und hier betreffen 34% aller Verletzungen die Zähne und den Mundbereich! Die lebenslangen Versorgungskosten eines herausgeschlagenen oder stark defekten Zahnes liegen immer höher als die Anschaffung eines geeigneten Sportschutzes, ganz abgesehen von den mit der Verletzung und den nachfolgenden Wiederherstellungsmaßnahmen verbundenen Schmerzen und Unannehmlichkeiten. Nicht jeder Sportschutz ist aber gleich gut! Abzulehnen sind solche Konstruktionen, bei denen man ein vorgefertigtes Stück Kunststoff selbst erwärmen kann und dann durch Draufbeißen eine entsprechende individuelle Passung herzustellen versucht (sog. „boil and bite“ – Mundschutz). Ein derartiger Mundschutz passt nicht nur schlecht und weist Beweglichkeiten auf, er erreicht auch nicht die heute mit modernen Materialen erreichbare maximale Schutzfunktion. Perfekt wirksamer Sportschutz wird stets nach Abdrucknahme durch den Zahnarzt im Dentallabor hergestellt. Er besteht aus einer weicheren äußeren Schicht (der Bequemlichkeit wegen) und einer harten, inneren Schutzschicht verschiedener Kunststoffe. Er ist in zahllosen Farbkombinationen und Vereinsfarben erhältlich und trägt stets den Namen des Sportlers. Dieser Mundschutz passt exakt auf die Zahnreihe, bewegt sich nicht, erlaubt freies Atmen und nach kurzer Gewöhnung auch normales Sprechen. (Quelle: www.erkodent.com – Playsafe, der ultimative Mundschutz)
Brackets
Begriff aus der Kieferorthopädie: Teile aus Keramik, Kunststoff oder Metall, die auf den Zähnen befestigt werden. Haltevorrichtung für Spannbögen, Druck- und Zugfedern oder elastische Gummizüge.
Brücken
Brücken zählen zum festsitzenden Zahnersatz und sind ein hervorragendes Mittel zum Schluss kleinerer und größerer Lücken. Dabei werden die lückenbegrenzenden Zähne oder Implantate überkront und in die Lücke eines oder mehrere zahnförmige Zwischenglieder eingefügt. Brücken können wie Kronen nur aus Metall (bevorzugt aus einer hochgoldhaltigen Legierung) bestehen, aus einer Kombination von Metall und Keramik (sog. Keramikverblendbrücke) oder für ein Maximum an Ästhetik aus Vollkeramik.
Bruxismus (Knirschen)
Knirschen mit den Zähnen wird auch als Bruxismus bezeichnet. Stress, innere Anspannungen und muskuläre Verspannungen (aber auch Zahnfehlstellungen) sind die Ursache dafür, dass viele Patienten nachts mit den Zähnen (hörbar oder nicht hörbar) knirschen oder pressen. Im Laufe der Jahre werden so die Zähne regelrecht abgeknirscht und immer kürzer. Freiliegendes vom Schmelz befreites Dentin ist als weitere Folge besonders kariesanfällig oder empfindlich. Glatt geknirschte Zähne können ihrer Kaufunktion nicht mehr richtig nachkommen. Durch Knirschen stark abgenutzte Schneidezähne, das Dentin liegt bereits weitläufig frei Durch das Aufeinanderpressen der Kiefer werden auch die Kiefergelenke geschädigt, indem die Gelenkköpfchen stark an die Schädelbasis gedrückt werden. Dabei nimmt der Gelenkknorpel Schaden, was oft zu Schmerzen oder Knackgeräuschen beim Kauen führt. Abhilfe schaffen Entspannung und das Lösen von akuten Problemen (z.B. familiär, beruflich), was aber in de Regel nicht sehr einfach oder sogar unmöglich für den Patienten in seiner Lebenssituation ist. Eine vom Zahnarzt hergestellte Knirscherschiene kann aber wenigstens die Symptome lindern und bekämpfen. Sie besteht aus durchsichtigem Kunststoff und wird nachts über den Zähnen eines Kiefers getragen. Sie kann die Knirschbewegungen zwar nicht verhindern, sorgt aber dafür, dass die Gelenke entlastet und die Zähne nicht mehr abgeknirscht werden. In schweren oder akuten Fällen kann auch eine zusätzliche manuelle Therapie durch einen Osteopathen weitere Verbesserung und Entspannung bringen.
Bundeszahnärztekammer
Die Bundeszahnärztekammer ist die Berufsvertretung aller deutschen Zahnärzte auf Bundesebene.
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